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Rokoko Fechtschule Passau
Besuchen Sie auch unsere neue Internetseite http://www.fechtenpassau.wordpress.com szenisches Fechten
Wir verstehen darunter die Fechtkunst, wie sie auf Bühnen, im Theater und Film dargeboten wird. Grundsätzlich ist jeder Schaukampf ein szenisches Gefecht. Schwerpunkt der szenischen Fechtgruppe des TV Passau ist das Duell. Die Gefechte sollen möglichst wirklichkeitsnah ablaufen. Daher wird der Stoß und Hieb gleichermaßen gelehrt und einstudiert. Ein Duell dauerte im Ernstfall meist nur wenige Minuten, manchmal nur Sekunden. Duelliert wurde auf Kampfunfähigkeit, häufig jedoch starben die Duellisten. Die Zeit zwischen 1650 bis Ende 1800 ist unser Vorbild. Duellgefechte dieser Epoche möchten wir realistisch gestalten. Zur Ausbildung gehört auch das Stoßfechten der klassischen Fechtkunst, also Übungen ausschließlich mit Stoßwaffen mit französischen oder italienischen Gefäßen. Im Rahmen der "klassischen Fechtkunst" werden Übungen für das Szenische Fechten ebenso wie für das Sportfechten praktiziert. Ziel ist es, Fechtaktionen, die heute im Sportfechten kaum oder gar nicht mehr praktiziert werden, weiterleben zu lassen. Der Sportfechter erhält so eine zusätzliche und weitereichende Ausbildung und wird daher nur profitieren. Bei den Übungen im Rahmen der klassischen Fechtkunst wird - wie beim Sportfechten, mit Maske und Fechtanzug gefochten. Beim szenischen Fechten verzichten wir auf jede Schutzmaßnahme. Diese wäre in einem historischen Kostüm ohnehin schlecht zu verwirklichen. Im Gegensatz zur klassischen Fechtkunst, bei dem der Grundsatz "Treffen, ohne selbst getroffen zu werden" gilt, ist dies beim szenischen Fechten gerade umgekehrt. Hier gilt: der Partner darf in keinem Falle getroffen werden. Daher übernimmt der "szenische Fechter" auch für seinen Partner (nicht Gegner) eine besondere Verantwortung. Wird szenisches Fechten korrekt, präzise und sauber nach den Weisungen des Fechtlehrers bzw. der gegebenen Anweisungen für die Sicherheit der Aktionen praktiziert, ist es ungefährlich. Fechtbücher können helfen, Schaufechthandlungen zu lernen und zu üben. Letztlich bringen natürlich nur regelmäßige Übungen mit dem Fechtlehrer und dem Partner den Erfolg und damit die Freude an dieser Art des Fechtens.
szenisches Fechten (Schaukampf) Rokoko-Fechtschule-Passau Grundsatz - Vereinbarungen Alle Aktionen mit der Waffe und dem Körper (Arrangements) werden festgelegt. Sie müssen wie Text auswendig gelernt werden. Dabei helfen das Raumgefühl und auch "Muskelgedächtnis" bei der Orientierung in der Szene. Auch festgelegte Tempi und Rhythmus erleichtern das Erinnerungsvermögen. Zu guter Letzt werden lange Fechtsequenzen in überschaubare "Päckchen" eingeteilt. Grundsatz - Ausgewählte Aktionen Die Fechtaktionen müssen der Situation und dem Charakter einer Rolle entsprechen. Folgendes muss zusätzlich beachtet werden:
historische Gesichtspunkte Die Waffen Das Leistungsvermögen der Fechter Ein Partner darf nicht bloßgestellt werden Grundsatz - Aktionen Die Aktionen müssen ausdrucksvoll und zielstrebig ausgeführt werden. Der kämpferische Charakter der Szene muss hergestellt werden. Beginn und Verlauf der Aktion müssen sowohl für den Partner als auch möglichst für das Publikum erkennbar sein. Tempo und Rhythmus müssen die Sehgewohnheiten des Publikums berücksichtigen. Besonders durch den Film hat sich das Publikum an spektakuläre Aktionstempi gewöhnt. Historisches Originaltempo würde den Zuseher langweilen. Dennoch kann auf gewisse historische Gepflogenheiten nicht verzichtet werden. Das betrifft besonders die Etiketten des Zeitalters. Grundsatz - Verwunden und Töten Die Techniken des Verwundens, Tötens und die dazugehörigen Reaktionen müssen unbedingt geübt werden Da diese Aktionen wohl meist am Ende eines Gefechts ausgeführt werden, bedürfen sie der besonderen Aufmerksamkeit des Akteurs und Fechtlehrers. Stimmt die Schlussaktion nicht, beschädigt das die gesamte Fechtszene. Um so schlimmer, wenn das Gefecht beeindruckend war im Bild von links: Ravel Fendel, Siegfried Raczka
Richtlinien für die Sicherheit beim Bühnenfechten - im Training und bei allen öffentlichen Veranstaltungen Alle Teilnehmer des Bühnenfechtens sowohl für den Trainingsprozess, als auch für Schauveranstaltungen werden vor Beginn auf die Gefahren des Bühnenfechtens hingewiesen. Um Unfälle jeglicher Art - Verletzungen der Aktiven, als auch der Zuschauer - zu vermeiden, müssen die Sicherheitsbestimmungen akzeptiert und eingehalten werden. Die Unterweisung und Akzeptanz ist von allen Teilnehmern mit ihrer Unterschrift zu bestätigen. Sind Teilnehmer des Bühnenfechtens noch keine 18 Jahre, sollten die Eltern dieser Fechter mit Ihrer Unterschrift die Genehmigung bestätigen.
1. Alle Fechter verpflichten sich, keine Betäubungsmittel, Alkohol und die Physik beeinflussende Medikamente einzunehmen, die Gefahren für sichere fechterische Handlungen bilden.
2. Die Waffen müssen sich in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden. Dafür sind sowohl der Fechtmeister, der Trainer bzw. Übungsleiter, als auch die Fechter verantwortlich. Nicht den Sicherheitsbestimmungen entsprechende Waffen sind aus dem Verkehr zu ziehen und unter Verschluss zu halten.
3. Die besondere Technik des Bühnenfechtens ist unbedingt einzuhalten, d.h. Hiebe und Stöße werden so kontrolliert ausgeführt, dass sie beim Ausbleiben der Parade den Partner dennoch nicht berühren. Vor Publikum dürfen nur die Fechter auftreten, die diese Technik sicher beherrschen. Die Erfahrung lehrt, dass bei öffentlichen Veranstaltungen immer ein wenig Technik verloren geht. Deshalb muss auf sehr gute technische AUsführung im Trainingsprozess geachtet werden.
4. Die Aktionen werden beim Bühnenfechten vereinbart - choreographiert - und sind unbedingt einzuhalten. Es dürfen nur die Aktionen ausgeführt werden, die vereinbart sind und der Partner genau kennt. Dies erfordert zugleich ein hohes Maß an Konzentration von beiden Partnern. Es darf mit den fechterischen Handlungen erst dann begonnen werden, wenn alle Beteiligten voU konzentriert sind. Lässt bei einem der Fechter die Konzentration nach, so ist eine Pause einzulegen oder das Üben abzubrechen.
5. Um jegliche Risiken auszuschließen, ist unbedingt auf ordentliche Bekleidung und sicheres Schuhwerk zu achten. Kostümteile dürfen den Fechter in keiner Weise ablenken (zu weite Ärmel - beispielsweise und ähnliches) oder gar behindern.
6. Erst wenn die Fechtchoreographie sicher beherrscht wird, darf man damit in die Öffentlichkeit treten. Diese Entscheidung trifft allein der Fechtmeister, Trainer bzw. Übungsleiter. Ebenfalls nur mit Genehmigung der genannten Personen darf die Choreographie geändert werden. Diese Änderungen der Choreographie dürfen andererseits nicht unmittelbar vor dem Auftritt vorgenommen werden, sondern müssen wie das Erlernen der ,,Erstchoreographie" im Übungsprozess erarbeitet werden.
7. Nur in Ausnahmefällen - bei speziellen Aktionen des "Töten" - darf die Waffe den Partner berühren. Diese Entscheidung trifft ebenfalls der Fechtmeister, Trainer bzw. der Übungsleiter, da dafür ein hohes Maß an Sensibilität notwendig ist.
8. Die Vereinbarungen von Aktion und Reaktion sind unbedingt einzuhalten, bzw. sind diese bei speziellen Handlungen aus Sicherheitsgründen zu vertauschen, was der Zuschauer aber nicht wahrnehmen sollte. 9. Fällt einem der Fechter versehentlich die Waffe aus der Hand, muss eine kurze Pause eingelegt werden (sollte möglichst spielerisch ausgefüllt werden), damit die Waffe erst ausrollen und dann wieder aufgehoben kann. Zu schnelles Aufheben kann gefährlich werden, weil die Waffe zurückschnellen kann. 10. Bei "vereinbartem" Verlust der Waffe - bei Entwaffnungen oder beim Töten - ist diese "kontrolliert" vom Zuschauer weg - abzulegen.
11. Bei öffentlichen Veranstaltungen müssen die Zuschauer gebührenden Abstand zu den Akteuren haben, um Unfälle auszuschließen (ca. 2m).
Eine Grundausbildung sowie für fortgeschrittene Fechter einen Weiterbildungslehrgang bieten wir u.a. mit unserem diesjährigen Frühjahrslehrgang an. Dieser findet wie immer auf Schloss Zdikov/CZ statt. Teilnehmer mögen bitte - soweit vorhanden - Barock- bzw. Rokokokostüme mitbringen. Waffen können gegen Gebühr ausgeliehen werden. Termin: Freitag, 15.04. - Sonntag, 17.04.2011. (siehe auch "Termine") Die Teilnehmer erhalten ca. 2 Wochen vor Lehrgangsbeginn einen genauen Stundenplan.
Rückfragen: 0171-2024105 oder 0851-55324.
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Stand: 25.11.11